Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe
Gerade mal 16 Jahre ist Dylan alt - und leidet an Tourette. "Mr. Dog", wie er die Bell- und Fluchattacken nennt, die unkontrollierbar aus ihm herausbrechen, ganz besonders bei Stress. Den hat er mehr als genug, denn Dylan ist ein ganz helles Bürschchen,
der sich neben seiner Krankheit mit all den tiefgründigen Fragen über das Leben herumschlägt, wie jeder "normale" Jugendliche in der Pubertät und zusätzlich noch über eine ganze Menge mehr - denn wenn er das letzte Gespräch seiner Mutter mit dem Arzt richtig interpretiert, hat er nur noch ein halbes Jahr zu leben. Weil sie sehr viel weint und er mit ihr so gar nicht drüber reden kann, erzählt er's seinem besten Freund Amir, dem Pakistani mit Asperger, und schreibt es seinem Vater, der (vermeintlich) als Soldat im Einsatz in Afghanistan ist. Drei ganz wichtige Dinge will Dylan noch erledigen: für Amir einen neuen besten Kumpel suchen, seinen Dad nach Hause holen - und mit seiner Flamme schlafen, sexy Michelle Malloy mit dem Klumpfuß und ADHS. Wie sich Dylan so verzweifelt tapfer mit all seinen Problemen rumschlägt und dabei trotzdem voller Ideen und Lebenslust sprüht, beschreibt der Autor wunderbar realistisch und glaubwürdig. Auch die recht rüde Sprache der Jugendlichen mit vielen "F"- und "Sch"- Wörtern wirkt absolut authentisch und tritt als möglicher "Störfaktor" neben den sehr liebevoll beschriebenen Hauptdarstellern und ihrer Geschichte völlig in den Hintergrund. Ein sehr anrührendes Buch über wahre (Mutter)Liebe, Freundschaft und das, was wirklich zählt im Leben. Für viele (auch jugendliche) Leser! (Übers.: Michael Kellner)
Elisabeth Bachthaler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Jetzt spricht Dylan Mint und Mr Dog hält die Klappe
Brian Conaghan
Arche (2014)
346 S.
fest geb.