Der Tag der Heuschrecke
Los Angeles in den dreißiger Jahren. Hollywood ist zum Anziehungspunkt all derer geworden, die von einer Karriere träumen. Zu ihnen gehören das Filmsternchen Faye Greener und ihr Vater Harry, ein gescheiterter Komödiant. Um Faye herum arrangiert
West eine Schar von Verehrern, wie den Maler Tod Hackett, der sich als 'Set-Designer' verdingt und den Cowboy Earle Shoop, der sich als Statist durchschlägt. Sie alle buhlen um die Gunst Fayes, auch dann noch, als sie sich nach dem Tod ihres Vaters gezwungen sieht, in einem Bordell zu arbeiten, um die Beerdigungskosten bezahlen zu können. - West schreibt nicht nur über die 'Verlierer' von Hollywood, es geht ihm um Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt verloren haben und die nach einem Halt suchen. Er legt ihre Eitelkeiten frei, ihre Sehnsüchte und Verletzungen, die häufig in brutale Gewalt umschlagen. West hat in diesem Buch die Scheinwelt Hollywoods zum Lebensmuster der amerikanischen Gesellschaft stilisiert. Der Autor starb 1940, ein Jahr nach Erscheinen des vorliegenden Romans. (Übers.: Klaus Modick)
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Tag der Heuschrecke
Nathanael West
Manesse (2013)
260 S.
fest geb.