Die Biene Maja und ihre Abenteuer
Wer kennt sie nicht, die kleine Biene Maja, die vergnügt mit ihren Freunden auf der Blumenwiese herumschwirrt? Allein, den faulen doch treuen Bienenfreund Willi suchen wir hier in diesem Originaltext von 1912 vergeblich. Die junge Biene Maja verlässt
das erste Mal ihren heimischen Bienenstock und schlägt sogleich die guten Ratschläge ihrer Lehrerin Fräulein Kassandra in den Wind und erkundet auf eigene Faust die Welt oder, besser gesagt, die Blumenwiese. Dabei trifft sie auf so manchen Zeitgenossen mit allzu menschlichen Schwächen. Beispielsweise den Brummer Hans-Christoph, dem die Besitzverhältnisse recht wichtig sind. Ihm wird unvermittelt und recht brutal der Kopf abgebissen und zwar von der Libelle Schnuck, die übrigens eine Affäre mit einer Wespe hat, aber das kommt erst gegen Ende des Buches zum Tragen. Dann nämlich, wenn Maja nach vielen Abenteuern im Wespenstock gefangen gehalten wird und Gefahr läuft, getötet zu werden. Ihre gesammelten Erfahrungen helfen ihr hier und sie kann ihren heimischen Bienenstock retten und kehrt zu ihm zurück. Mit seinen bereits erwähnten, recht brutalen und kriegsverherrlichenden Szenen ist dieses Buch wohl eher an nostalgische Erwachsene denn an Kinder gerichtet, wenn auch die Sprache poetisch und leicht erscheint. Als Bestandsergänzung möglich.
Barbara Dorn
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Biene Maja und ihre Abenteuer
Waldemar Bonsels
Anaconda (2023)
173 Seiten
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6