Die Jungen von der Paulstraße

Siebzig Jahre nach dem Tod des erfolgreichen ungarischen Bühnenautors Ferenc Molnár wird sein früher Jugendroman von 1907 gemeinfrei wieder aufgelegt. Er führt in eine Zeit der Jungenbanden, die sich militärisch organisiert haben und sich im Budapest Die  Jungen von der Paulstraße der Jahrhundertwende bekriegen. Im Mittelpunkt stehen die Gymnasiasten um ihren Anführer Boka, die ihr Spielquartier auf einem leeren Baugrundstück in der Paulstraße eingerichtet haben. Alle haben sich zu Offiziersrängen "hochgearbeitet" und kommandieren den einzigen Infanteristen herum, den 14-jährigen Nemecsek. Es gilt, sich auf einen Angriff der Rothemden von der Realschule vorzubereiten. Der kleine Nemecsek will sich beweisen und fällt bei einer Erkundungstour ins gegnerische Lager ins Wasser. Er erkältet sich schwer. Doch das hält ihn nicht davon ab, weitere heldenhafte Taten zu begehen, denn der Auftrag lautet, ihr Reich notfalls mit dem Leben zu verteidigen. – Dieses Pathos erscheint für heutige Leser/-innen etwas übertrieben, denn man weiß mit welcher Begeisterung diese Generation sieben Jahre später in den Weltkrieg zog. Der spannende, an Erich Kästners „Emil und die Detektive“ erinnernde Roman wird möglicherweise auch ältere Leser/-innen ansprechen, die selbst noch Soldatenspiele gemacht haben.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Die  Jungen von der Paulstraße

Die Jungen von der Paulstraße

Ferenc Molnár, aus dem Ungarischen von Edmund Alzylay
Anaconda (2023)

223 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 613444
ISBN 978-3-7306-1232-3
9783730612323
ca. 6,95 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 10
Systematik: K
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