The night ends with fire
Hai Meilin stammt aus einem verarmten Adelshaus in der Hauptstadt des Königreiches Anlai. Als der spielsüchtige Vater Meilin unter Stand, aber mit reichem Brautgeld verheiraten will, flieht sie als junger Mann verkleidet zum Heer. Die ehrgeizige
Meilin wird in die Kompanie des Prinzen Liu Tiantang geschickt, den sie aus einer früheren Begegnung kennt. Obwohl sie dadurch eine Entdeckung fürchten muss, tut sie sich durch ihren Kampfeswillen und ihr strategisches Denken hervor. Noch dazu helfen ihr die verbotenen Kräfte eines mächtigen Drachengeistes, der bereits ihrer Mutter seherische Fähigkeiten verliehen hatte. Als der Krieg gegen das Königreich Ximing seinen Höhepunkt erreicht, ist es der Drache, der Meilin den Weg zum Sieg zeigt. Sie muss sich dem Prinzen anvertrauen, wohl wissend, dass das auch ihren Tod bedeuten kann. – Die Neuerzählung der Mulan-Legende unterscheidet sich stark von der bei uns bekannten Disney-Version. Hier will die Heldin nicht für die Ehre der Familie kämpfen, sondern für ihre eigene Freiheit von der Bevormundung durch das Patriarchat. Eine tolle Interpretation der Legende, allerdings wird die Geschichte oft sehr kleinteilig erzählt und wiederholt Gedanken der Protagonistin immer wieder. Eine Straffung hätte hier gutgetan. Vielleicht wird die Fortsetzung der Geschichte dahingehend besser.
Stefanie Simon
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
The night ends with fire
K. X. Song ; aus dem amerikanischen Englisch von Katja Hald
Fischer Sauerländer (2025)
522 Seiten : Karten
kt.