Origins
In diesem Sachbuch werden 22 von derzeit über 5.000 indigenen Völkern aus allen Teilen der Welt vorgestellt. Eine Doppelseite widmet sich jeweils einem indigenen Volk. In einem Fließtext wird aus der Ich-Perspektive geschildert, wo und wie das Volk
lebt, woran es glaubt. Man bekommt einen Einblick in die vielfältigsten Lebensweisen: Bei den Inuit ist es ein Verbrechen, mehr Tiere zu jagen, als man braucht; die Mosuo leben im Matriarchat; die Yanomami können mehr als fünfzig verschiedene Bienenarten unterscheiden. Durch alle Porträts zieht sich die Abneigung gegen Maßlosigkeit und das Verständnis von der Heiligkeit der Natur, von der man nur so viel nimmt, wie man braucht. Besonderer Hingucker sind dabei die farbig illustrierten Gesichter der Indigenen, in denen sich ihre jeweilige Landschaft widerspiegelt. Diesen Gesichtern mit ihren Tätowierungen, dem Regenwald, dem Wüstensand, den Rentieren kann man sich nicht entziehen. Sie zeigen das Selbstverständnis der Indigenen perfekt: Für sie ist die Natur ein "Lebewesen, das sie bewohnen und das sie bewohnt, das ein Teil von ihnen ist" (S. 8). – Das fundierte Glossar, eine Landkarte und ein Appell, Respekt für die Erde, die Ressourcen und andere Menschen zu haben und Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen, runden das gelungene Sachbuch perfekt ab. Horizonterweiternd und toleranzfördernd. Kindern ab 8 Jahren, die über den eigenen Tellerrand hinausschauen wollen, sehr gern empfohlen.
Melanie Schubert
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Origins
Nat Cardozo ; aus dem Spanischen von Kristin Lohmann
magellan (2024)
57 Seiten : zahlreiche Illustrationen (farbig)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 8