Territorium

Hawai'i 1893. Mächtige Geschäftsleute und Plantagenbesitzer aus den USA kämpfen um die Vorherrschaft über das Inselreich, das von Königin Lili'uokalani, einer eigenständig politisch denkenden Frau regiert wird. Ihr zur Seite stehen die deutsche Territorium Beraterin und Vertraute Gertrude Wolf und die hawaiianische Journalistin Emma Nawahi, die die politischen Vorgänge beobachtet und darüber schreibt. Auf der anderen Seite stehen die „weißen“ Männer, treue Royalisten, wie Carl, die auch vor Waffengewalt nicht zurückschrecken, und US-Amerikaner unter Führung von Eduard Suhr, die auf die Annexion Hawaiis hinarbeiten. – Die Autorin Sabrina Janesch macht deutlich, wie wirtschaftliche Interessen, Machtstreben und koloniale Ansprüche die Selbstbestimmung eines Landes bedrohen. Die detaillierten Landschaftsbeschreibungen und die intensive Recherche verleihen der Geschichte eine anschauliche Atmosphäre. Zugleich wirft der Roman Fragen nach Heimat, Identität, Loyalität und Widerstand auf, die auch heute sehr relevant sind. Der anspruchsvolle Erzählstil verlangt allerdings etwas Geduld und die vielen Figuren und Perspektivwechsel können anfangs verwirrend wirken. Der Roman beleuchtet ein recht unbekanntes Kapitel hawaiianischer Geschichte und verbindet sie mit menschlichen Schicksalen. Für historisch interessierte Leser gut geeignet.

Elisabeth Kemper

Elisabeth Kemper

rezensiert für den Borromäusverein.

Territorium

Territorium

Sabrina Janesch
Rowohlt Berlin (2026)

475 Seiten : Karten
fest geb.

MedienNr.: 626348
ISBN 978-3-7371-0254-4
9783737102544
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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