Gilly Hopkins
Keine Pflegefamilie hält es lange mit der wilden und frechen Gilly Hopkins aus, die nicht einsieht, warum sie zu immer wieder neuen Pflegeeltern freundlich sein soll, wenn sie doch nicht bleiben darf. Sie mag sich auf keine neue Bindung einlassen
um nicht enttäuscht zu werden und träumt davon, dass ihre "richtige" Mutter sie eines Tages holen wird. Auch ihre neue Pflegemutter Maime Trotter lehnt sie ab mit ihrer umfangreichen Statur und dem unordentlichen Haushalt, dem schüchternen siebenjährigen Pflegebruder und dem blinden schwarzen Nachbarn. Sie versucht auszureißen, wird aufgegriffen, soll in ein Heim kommen - und erst das Eintreten von Maime Trotter für Gilly lässt in dem Mädchen Hoffnung aufkommen auf eine liebevollere Zukunft. Doch ihr Brief an ihre Mutter mit der dringenden Bitte, sie aus dieser "furchtbaren" Familie zu befreien, ist schon unterwegs - und Gilly muss feststellen, dass Wunschträume manchmal zur bitteren Realität werden. - Katherine Patersons warmherzige Erzählung aus dem Jahr 1978 (wegen der Verfilmung in neuer Übersetzung wieder aufgelegt) von der unglücklichen, intelligenten und frechen Gilly, die nach familiärer Geborgenheit sucht, wird besonders Mädchen ab 10 Jahren stark beeindrucken. Gern empfohlen.
Gudrun Eckl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Gilly Hopkins
Katherine Paterson
Fischer Sauerländer (2015)
204 S. : Ill.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10