Wie ich Johnny Depps Alien-Braut abschleppte
Zelda ist nicht nur eine Außerirdische, sie ist auch außerirdisch schön, wird aber wegen Schizophrenie und Aggressivität in einer Jugendstrafanstalt psychologisch betreut. Der Autor fängt gekonnt die Befindlichkeit eines vierzehnjährigen Jungen
zwischen Kindheit und Erwachsen-Sein ein. David, Sohn des Psychiaters, gerät in eine abenteuerliche Flucht, bewegt sich in der Fantasiewelt von Außerirdischen und ist gleichzeitig von der aggressiven Weiblichkeit Zeldas angezogen. Für den Leser wird Zeldas Flucht und deren Suche nach ihrem Auserwählten - ausgerechnet Johnny Depp - zu einem spannenden Abenteuer, bei dem Fantasie, Realität und Ironie sich mischen. Wichtig ist Davids Schritt in die Erwachsenen-Welt - durch die sexuelle Begegnung, dezent geschildert. Die in weiten Teilen schräge Geschichte ist höchst unkonventionell und spricht junge Leser an, vermutlich eher männliche. Wo beginnendes Interesse am anderen Geschlecht bei Mädchen mit Büchern über Vampire, Engel u.ä. ausgelebt wird, bekommen hier die Jungen ihren außerirdischen Gegenpart. Möglicherweise gut geeignet, um auch männliche Leser unter den Jugendlichen zu gewinnen. (Übers.: Ann Lecker)
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wie ich Johnny Depps Alien-Braut abschleppte
Gary Ghislain
Sauerländer (2013)
220 S.
kt.