Musenrausch
Wanda, einst leidenschaftliche Künstlerin, hat nach einem Schicksalsschlag das Zeichnen aufgegeben. Doch eines Abends, nach ihrer Schicht im Museum, überkommt sie ein unstillbares Verlangen. Sie greift wieder zum Stift und zeichnet wie im Rausch.
Plötzlich ist sie allerdings nicht mehr allein, ein geheimnisvoller Mann namens Neo erscheint und behauptet, ihre Muse zu sein. Eigentlich dürfte sie ihn gar nicht sehen und doch sind sie auf mysteriöse Weise miteinander verbunden. Was steckt hinter dieser Begegnung? Wanda begibt sich auf eine Suche nach der Wahrheit, die sie tief in die Welt der Kunst und Mythologie führt. – "Musenrausch" bietet einige wirklich starke Elemente: Das Cover ist ein absoluter Blickfang und die Idee, Kunst mit griechischer Mythologie zu verknüpfen, sehr spannend. Die Sprache ist poetisch und das Worldbuilding atmosphärisch und detailreich gestaltet. Besonders Neo als Figur wirkt facettenreich und authentisch, während man bei Wanda zwischendurch unsicher wird, wie man ihre Entwicklung einordnen soll. Was beim Lesen stört, ist die Fülle an Figuren, Perspektiven, mythologischen Elementen und ausführlichen Beschreibungen. Das ist einfach zu viel des Guten, und obwohl die Geschichte spannend ist, besteht deshalb die Gefahr, irgendwann den Überblick zu verlieren. Trotzdem hat die Mischung aus göttlicher Inspiration und verbotenen Gefühlen ihren Reiz, und der Cliffhanger am Ende macht definitiv neugierig auf Band 2.
Alexandra Panradl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Musenrausch
Malou Bichon
Loewe INTENSE (2025)
395 Seiten
kt.