Die sogenannte Magdalenerin

Auf über 500 Seiten erarbeitet Ch. Wrembek SJ ein Bild der Maria von Magdala, das einen von der "offiziellen Lehrmeinung" (Wrembek) der Kirche verworfenen Überlieferungsstrang aufgreift und in heutige Strukturen einbaut. Für ihn vereinigen sich Die sogenannte Magdalenerin in der Gestalt Maria Magdalenas drei verschiedene biblische Frauengestalten, Maria von Magdala, die Sünderin, die Jesus die Füße salbt, und Maria von Betanien, die Schwester von Marta und Lazarus. Zur Untermauerung seiner These greift er Bruchstücke aus bekannten Argumentationsströmen heraus (u.a. Diskrepanz zwischen Apokryphen und Evangelien, Entstehungszeit und Zuordnung der synoptischen Evangelien und des Johannesevangeliums) und versucht diese durch die Angabe von z.T. aus dem Kontext genommenen Quellen und selbst kommentierten Fußnoten als wissenschaftlich belegt und zukunftsweisend darzustellen. Auch die historische Einordnung bleibt vage, z.T. fehlerhaft (z.B. Datierung Neros) und Vermutungen treten an die Stelle von Fakten. Insgesamt ist festzuhalten, dass der Verfasser nicht aus den Texten liest, sondern in sie hineininterpretiert, d.h. er betreibt Eisegese statt Exegese. - Nicht zu empfehlen!

Inge Hagen

Inge Hagen

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die sogenannte Magdalenerin

Die sogenannte Magdalenerin

Christoph Wrembek
Benno-Verl. (2008)

532 S. : Ill. (z.T. farb.), Kt.
fest geb.

MedienNr.: 558356
ISBN 978-3-7462-2395-7
9783746223957
ca. 14,50 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re
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