Die Schatten von Belfast
Gerry Fegan ist nach zwölf Jahren Gefängnis ein menschliches Wrack, ein Alkoholiker, der von den Schatten der Vergangenheit nicht losgelassen wird. Diese Schatten sind die Opfer, die er im Auftrag anderer ermordet hat. Als sie eines Tages die Ermordung
von Michael Kenna verlangen - er war einer von Fegans Vorgesetzten - führt er den Befehl aus. Nun verlangen die Schatten auch die Ermordung anderer Verantwortlicher, unter ihnen Paul McGinty, der es zu einem für den laufenden Friedensprozess wichtigen Politiker gebracht hat. Fegans Rache ist grausam, doch immerhin hat sie noch einen Sinn jenseits des Rachegedankens: Fegan rettet Kennas Nichte Marie und deren Tochter Ellen das Leben. - Ein spannender Thriller, der sich mit den Grausamkeiten und Intrigen des Jahrzehnte lang währenden Bürgerkrieges in Nordirland auseinandersetzt und dabei auch esoterische Seiten anschlägt. Die Figuren entbehren zwar nicht bestimmter Klischees, sind aber glaubwürdig und, soweit es das Genre erlaubt, differenziert gezeichnet. Gnade findet in den Augen der Schatten übrigens nur einer: Fegan selbst. (Übers.: Armin Gontermann)
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Schatten von Belfast
Stuart Neville
Aufbau-Taschenbuch (2012)
Aufbau-Taschenbuch ; 2857
447 S.
kt.