Frenzel
Frenzel hat - vorsichtig ausgedrückt - in seinem Leben keine guten Erfahrungen mit der Polizei gemacht. Allerdings ist er auch kein Unschuldslamm: die Schule geschmissen, Gelegenheitsjobs, neun Jahre Knast wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Frenzel
beobachtet seine Mitmenschen gern und macht sich dazu seine ganz eigenen Gedanken. Immer wieder zieht er weiter, weil ihn seine Vergangenheit einholt, aber eine üppige Erbschaft erlaubt ihm ein unabhängiges Leben. Ungerechtigkeiten sind ihm ein Gräuel. Deshalb ermittelt er auf eigene Faust mit viel Cleverness und sehr eigenwilligen Methoden, als sich in seinem Bekanntenkreis seltsame Todesfälle ereignen. Wie schon bei dem mit dem "Glauser-Preis 2021" ausgezeichneten Titel "Meier" entfernt sich Tommie Goerz weit vom Genre des Regionalkrimis, auch wenn die Handlung wieder im Fränkischen verortet ist. Ein tolles Buch, so fesselnd erzählt und mit vielen Anspielungen auf Rockmusik gespickt, dass man es am besten am Stück durchliest und sich die zugehörigen Musikstücke dazu reinzieht!
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Frenzel
Tommie Goerz
ars vivendi (2022)
179 Seiten
fest geb.