Das Mädchen im gelben Tanzstundenkleid

Eine altes Schwarz-Weiß-Foto mit der kryptischen Nachricht und ein besonderes Medaillon, welches die alleinstehende Historikerin Henrike von ihrer betagten Nachbarin Esther Feldstein erbt, veranlasst die Wissenschaftlerin, von der Erfurter Uni nach Das Mädchen im gelben Tanzstundenkleid Waldenburg in Sachsen zu reisen, um dort dem Geheimnis um die Herkunft der Nachbarin nachzuspüren. Überraschenderweise schließt sich ihr Daniel Winter aus dem Erfurter Einwohnermeldeamt an, der auch ein hobbyhistorisches Interesse am „Fall Feldstein“ vorgibt. Nach anfänglichem Zögern und Misstrauen nimmt Henny die Hilfe des verschlossenen Beamten dann doch an und im Verlauf der Recherche kommen sie sich näher und werden ein Paar. Nur die ganze Wahrheit um die Herkunft und Kindheit der Nachbarin im Zweiten Weltkrieg, trotz Hilfe von Daniels Kollegen vor Ort und seinem Großvater, der auch in Waldenburg lebt, können sie nicht herausfinden. Sie sprechen mit Verwandten, lesen alte Briefe, forschen in Archiven und können schlussendlich nur mit Vermutungen belegen, dass die Nachbarin in Wirklichkeit nicht Esther Feldstein war, sondern wohl Meta Jürgens. – Eine Familiengeschichte um die junge Jüdin Esther und ihre arische Freundin Meta, um Flucht und Vertreibung während und nach dem Zweiten Weltkrieg, aber auch eine Geschichte um Freundschaft, die in düsteren Zeiten auf eine harte Probe gestellt wird. – Der Debütroman der gebürtigen Erfurterin ist unterhaltsam lesbar, kommt nur mitunter in den Dialogen etwas hölzern und brav daher. Man kann gespannt sein auf die weitere Entwicklung der Autorin.

Karin Steinfeld-Bartelt

Karin Steinfeld-Bartelt

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Mädchen im gelben Tanzstundenkleid

Das Mädchen im gelben Tanzstundenkleid

Ruth Hörnlein
ARS VIVENDI (2025)

298 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 622134
ISBN 978-3-7472-0666-9
9783747206669
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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