Der große Gary

Der 18-jährige Benjamin ist eher unselbstständig und lebt mit seiner Großmutter bis zu deren Krankenhausaufenthalt in einem Caravan. Außer zu seiner Vorgesetzten im Supermarkt, wo er als Aushilfe arbeitet, hat er keinerlei sozialen Kontakt. Als Der große Gary ihm ein Windhund bei einem Strandspaziergang zuläuft, ist er gezwungen, Nähe zuzulassen und seine ausgeprägte Keimphobie Stück für Stück zu überwinden. Von Leonard, einem zwielichtigen Zufallsbekannten, erfährt er, dass es sich bei dem Hund um den schnellsten Windhund des Landes handelt, der nur vermarktet und schlecht behandelt wird. Der "Große Gary" ist Benjamin so sehr ans Herz gewachsen, dass er ihn vor seinem Besitzer schützen will. Dafür muss er sein gewohntes Umfeld verlassen, Leonard vertrauen und sich stets aufs Neue seiner Phobie stellen. Benjamin widerfährt auf seinem Roadtrip mit Gary und Leonard viel Negatives: Ausbeutung, Lügen, Vertrauensbruch, verbale und physische Gewalt. Durch seine immer stärker werdende Bindung an Gary wächst er über sich und seine Ängste hinaus und erlebt eine neue Art von Zuneigung, ja sogar Liebe. – Berührend, einfühlsam, teils poetisch, aber auch verstörend und schonungslos offen hat Perry einen Debütroman über Ängste, Hoffnung, Mut, Feindseligkeit, Freundschaft und Liebe am Rande der Gesellschaft geschaffen. Kein Roman für ein breites Publikum, aber ein empfehlenswertes Kleinod.

Margit Düing Bommes

Margit Düing Bommes

rezensiert für den Borromäusverein.

Der große Gary

Der große Gary

Rob Perry ; aus dem Englischen von Hanna Große
DuMont (2025)

297 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 622983
ISBN 978-3-7558-0032-3
9783755800323
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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