Leuchtfische
Statt bei einer Strandparty landet Melek, türkische Adoptivschwester von Malina, im Krankenhaus. Sie liegt im Koma und Malinas Schuldgefühle drohen sie zu erdrücken. Hat sie doch bei der Ankunft Meleks vor zehn Jahren dieser unerwünschten Schwester
den Tod gewünscht. Meleks Mutter war in der Türkei gestorben, Vater unbekannt, und Malinas Mutter hatte die Waise in ihre Familie geholt. Nun scheint sich der Fluch zu erfüllen und Malina fliegt in Meleks Heimatstadt Istanbul. Dort beginnt sie mit der Spurensuche in der Hoffnung, einen magischen Zugang zum Bewusstsein der Schwester zu finden. Sie findet dort viel über sich selbst heraus und deckt ein Familiengeheimnis und langjährige Lügen ihrer Eltern auf, woran sie fast zerbricht. – Es ist dem Erzähltalent der Autorin zu danken, dass daraus keine larmoyante Nabelschau, sondern eine mit Witz und Selbstironie geschriebene Geschichte geworden ist und eine besondere Coming-of-Age Erzählung.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Leuchtfische
Filiz Penzkofer
Rotfuchs (2024)
253 Seiten
fest geb.