Der Nachtgänger
Auf einem Campingplatz in Stockholm wird ein grausamer Mord entdeckt: In einem Wohnwagen liegt eine mit einer Axt verstümmelte Leiche – ein Anblick des Grauens. Doch inmitten des Blutbads findet die Polizei einen jungen Mann, der tief und scheinbar
ungestört schläft. Es ist Hugo, der Sohn eines bekannten Schriftstellers. Ist er der Mörder oder lediglich ein zufälliger Zeuge? Kommissar Joona Linna, ein Experte für Serienmörder, übernimmt den Fall. Nach der Vernehmung des jungen Mannes, der unter Somnambulismus leidet, beschleicht ihn eine düstere Ahnung: Dies war erst der Anfang einer brutalen Mordserie. Schon bald folgen weitere grausame Axtmorde, sogar ein wichtiger Zeuge wird ermordet. Doch Joona Linna ist überzeugt, dass Hugo nicht der Täter ist – sondern beim Schlafwandeln Zeuge des Verbrechens wurde. Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, zieht Linna den Psychiater und Schlafforscher Lars Grind hinzu, einen führenden Experten für Somnambulismus. In Grinds Klinik für Schlafmedizin wird schließlich auch noch der Arzt und Hypnotiseur Erik Maria Bark hinzugezogen, er soll Hugo unter Hypnose verhören, denn nur so kann herausgefunden werden, was Hugo in jener Nacht wirklich gesehen hat. – Der neueste Roman des Ehepaars Alexandra und Alexander Ahndoril (Pseudonym Lars Kepler) greift mit dem Thema Schlafwandeln ein faszinierendes Motiv auf. Atmosphärisch dicht und flüssig geschrieben, entfaltet sich eine packende Handlung mit vielschichtigen Charakteren. Allerdings ist dieser abgründige und äußerst blutige Schweden-Thriller, der zudem durch zahlreiche Sexszenen, die auf den einen oder anderen Leser anstößig wirken können, noch drastischer wirkt, nur hartgesottenen Lars-Kepler-Fans zu empfehlen.
Günther Freund
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Nachtgänger
Lars Kepler ; Übersetzung aus dem Schwedischen von Thorsten Alms und [einer weiteren]
Lübbe (2025)
638 Seiten
fest geb.