Das Leuchten des Himmels an dunklen Tagen

Vor einem Jahr begeisterte Elli Kolbs Debüt "9 Grad". Im zweiten Roman erlebt man die Studentin Romy, die nach dem Tod ihres Opas Egon komplett die Eigensteuerung und ihr Selbstbewusstsein verliert. Sie agiert zeitweise wie eine Pubertierende im Gefühlschaos. Das Leuchten des Himmels an dunklen Tagen Ihre mentale Gesundheit scheint ernsthaft in Gefahr zu sein. Ihre Trauer um den geliebten Egon scheint unendlich, denn ihn hat sie als einzigen Menschen akzeptiert. Aus eigener Sicht erfährt Romy überwiegend Verluste und wenig echte Akzeptanz. Objektiv betrachtet ist es nicht so, denn Kathleen aus der Wohngemeinschaft ist eine großartige Freundin. Die von den beiden gerettete Taube weckt ein neues Gefühl der Verantwortung für ein Lebewesen, ähnlich wie bei ihrer Fürsorge für den großen Taubenfreund Opa Egon. Die Autorin malt ein Bild der Widersprüchlichkeit und inneren Qualen der jungen Frau Romy, die das Leid eines todkranken Taubenbabys berührt und die schließlich immer mehr Verantwortung übernimmt. – Elli Kolbs Sprache ist bildhaft, gefühlvoll und fein. Ihr ist ein poetischer Roman über Verlust, Freundschaft, innere Heilung und das Wiederfinden des Glücks gelungen. Man könnte von Feel-Good-Prosa sprechen, denn das Ende ist hoffnungsvoll und versöhnlich. Für alle Bestände.

Gudrun Schüler

Gudrun Schüler

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Das Leuchten des Himmels an dunklen Tagen

Das Leuchten des Himmels an dunklen Tagen

Elli Kolb
Lübbe (2025)

237 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 755246
ISBN 978-3-7577-0136-9
9783757701369
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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