Verhängnisvolle Nachricht
May Morrigan will sich nach den letzten kriminellen Ereignissen im Ort wieder verstärkt ihrer Buchhandlung widmen und ihren Geschäftsführer, den kleinwüchsigen Frauenheld Bastian Lovelace, unterstützen. Doch bald bekommen viele ihrer Kunden bedrohliche
SMS, die mit ihren Shakespeare-ähnlichen Sprüchen vorerst sinnlos klingen, die Dorfgemeinschaft von Blackheath aber in helle Aufregung versetzen. Als dann Juan, der langjährige Partner des hiesigen Dorfpfarrers David, an einer Arsenvergiftung stirbt, nimmt die Brisanz der SMS-Nachricht zu, die täglich um 10 Uhr bei allen Buchhandlungskunden eintrifft. Fletcher, Mays bester Freund und Mitbewohner, und die patente Buchhändlerin nehmen ihre privaten Ermittlungen auf. Fletcher wird mit einem Messer angegriffen und kommt nochmal mit dem Leben davon, was man von den anderen Mordopfern, die folgen, nicht sagen kann. Wer schickt diese ominösen SMS und warum? Abgesehen von Mord gibt es auch sogenannte Kollateralschäden, als beispielsweise das Herz des respektablen Humphrey beim Schäferstündchen mit der 96-jährigen Minty aufhört zu schlagen und die Leiche diskret entsorgt werden muss, damit kein Zusammenhang zu Minty hergestellt werden kann. Mays Mutter wiederum, die häufig Besuch bekommt und ständig den neuesten Tratsch austauscht, kann schließlich mit ihrem Wissen die Mördersuche unterstützent. – Dieser Krimi glänzt mit schwarzem britischem Humor und ist herrlich überspitzt dargestellt. Moralisch darf die Protagonistin jedenfalls nicht hinterfragt werden. Wer mit den teilweise makabren Vorkommnissen und dem leicht schlüpfrigen Unterton gut klarkommt, wird diesen Kriminalroman gerne lesen.
Sonja Gast
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Verhängnisvolle Nachricht
Katherine Black ; Übersetzung aus dem Englischen von Dietmar Schmidt
Lübbe (2025)
May Morrigans mysteriöse Morde
304 Seiten
fest geb.