Ciao bis zu den schönen Tagen
Luca wächst im italienischen Küstenort Torre Domizia auf, in dem jedes Jahr im Sommer auch Betta ihre Ferien verbringt. Der Junge verliebt sich unsterblich in das schöne Mädchen und steckt ihr heimlich Liebesbriefe und Geschenke zu. Doch an einem
Morgen wird Betta ermordet am Strand aufgefunden. Das ganze Dorf erstarrt im Schock über die monströse Tat. Luca ist traumatisiert, doch seine Welt bricht vollständig zusammen, als er erfährt, dass sein älterer Bruder Maurizio der Mörder von Betta ist. Die Familie wird getrennt und Luca zu Verwandten in den Norden geschickt. Dort erlebt er Misstrauen und Vorbehalte, entwickelt sich aber zu einem verantwortungsbewussten und sensiblen jungen Mann. Auch die Liebe kehrt in sein Leben zurück. Doch nach vielen Jahren, in denen sich Luca ein normales Leben aufgebaut hat, kehren mit der Entlassung Maurizios aus der Haft die Schatten aus der Vergangenheit zurück … – Das Buch ist ein Spin-Off des Romans „Endlich das ganze Leben“ (BP/mp 25/173) und beginnt stark mit der plastischen Gefühlswelt des Protagonisten, driftet danach jedoch ab, indem der Fokus auf andere (wesentlich uninteressantere) Figuren übergeht und einige Handlungsfäden erst kleinteilig aufgebaut, dann aber abrupt fallen gelassen werden. Auch das Narrativ der „Versöhnungsmoral“ wirkt sperrig, ebenso wie einige anachronistische Sexismen und hölzern-klischeehafte Dialoge. Insgesamt ein eher durchschnittlicher Roman, bei dem die Themen Schuld und Familie im Mittelpunkt stehen.
Vanessa Görtz-Meiners
rezensiert für den Borromäusverein.
Ciao bis zu den schönen Tagen
Roberta Recchia ; aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt
FISCHER (2025)
396 Seiten
fest geb.