Spiegelland

Der 14-jährige Elias hat Mist gebaut, haut von zu Hause ab und radelt zu seiner Großmutter Cato, die in einem alten Haus im Moor lebt. Damit beginnt der Roman, der auf drei Zeitebenen spielt. Die Geschichte von Aletta ist im 18. Jh. angesiedelt und Spiegelland schildert ihr hartes Leben im Moor, geprägt vom Streit zweier verfeindeter Dörfer und der Gewalt ihres Ex-Verlobten. 1999 flieht Cato mit ihrer Tochter Kira in das Haus im Moor. Sie hat es geerbt, dies ihrem gewalttätigen Mann jedoch verschwiegen, und versucht nun, für Kira und sich ein sicheres und unabhängiges Leben aufzubauen. Im dritten Handlungsstrang geht es um Elias, Kiras Sohn, der den Sommer bei seiner Großmutter verbringt, die versucht, ihm Misogynie zu erklären. – Rebekka Frank verpackt das Thema männliche Gewalt gegen Frauen in drei fesselnde, unterhaltsame Geschichten mit überzeugend gestalteten Figuren, zu einem Ganzen verwoben durch das Moor und viele von einer Zeitebene in die andere wandernde Motive und Szenen – ein literarischer Genuss, wenn nicht das Leitthema wie ein Bitterstoff immer wieder daran erinnern würde, wie ernst das Thema männliche Gewalt gegen Frauen ist. Sehr lesens- und empfehlenswert!

Ruthild Kropp

Ruthild Kropp

rezensiert für den Borromäusverein.

Spiegelland

Spiegelland

Rebekka Frank
FISCHER (2026)

557 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 624964
ISBN 978-3-7587-0043-9
9783758700439
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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Auszeichnung: Roman des Monats