Der Reiter der Stille
Yago ist als Autist verloren in seiner Zeit, dem Spanien des 16. Jahrhunderts. Als unehelicher Sohn eines spanischen Edelmanns und einer Dienstmagd wächst er unter furchtbaren Bedingungen auf. Erst ein wohlwollender Kartäusermönch erkennt die außergewöhnliche
Begabung des Jungen und befreit ihn aus seinem Elend. Yago kann die Seele eines Pferdes erspüren und im vollkommenen Gleichklang mit ihm wahre reiterliche Wunder vollbringen. So findet er seinen Platz in der Welt, doch die Menschen, die es gut mit ihm meinen, leiden unter den Intrigen eines macht- und geldhungrigen Adeligen. - Gonzalo Giner ist eigentlich Tierarzt und seine Leidenschaft für Pferde und spanische Geschichte durchdringen seine historischen Romane. So wird der Leser Zeuge, wie ein neuer Pferdetypus an der Schwelle vom Mittelalter zur Renaissance entsteht, das schwere Schlachtross wird von filigraneren, auf Schönheit gezüchteten Rassen verdrängt. Hinzu kommt eine tempo- und abwechslungsreiche Handlung voller Intrigen, Machtkämpfen und dem Ringen der Herrscherhäuser um die Vorherrschaft in der Kunst. Das alles ist eingebettet in ein fundiertes Zeitbild, sodass der Roman wie auch sein Vorgänger "Der Heiler der Pferde" (BP/mp 10/382) Pferdeliebhaber wie auch Geschichtsinteressierte gleichermaßen begeistern kann. (Übers.: Barbara Reitz u. Maria Zybak)
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Reiter der Stille
Gonzalo Giner
Blanvalet (2012)
763 S.
fest geb.