Liebe und andere Zufälle
Kate, Mitte 40, hat ihren Mann Luke verloren. Ein Gehirntumor, der nicht rechtzeitig erkannt worden ist, hat zu seinem Tod geführt. Die IT-Expertin lässt sich gehen, ertränkt ihren Schmerz mit Alkohol, legt sich mit ihrem Chef an, der in dubiose
Geschäfte mit der russischen Mafia verwickelt ist und ihr kündigen will. Wütend sammelt sie all das belastende, hochbrisante Material auf einem Stick. Genau an dem Tag, an dem sie betäubt und verzweifelt beschließt, ihrem Leben ein Ende zu setzen, wacht sie auf und befindet sich wieder in ihrer Studentenzeit, in der sie Luke kennen und lieben gelernt hat. Alles, was sie tun muss, ist Luke wiederzugewinnen und ihn vor seinem Tod zu retten. Doch das ist gar nicht so einfach, denn mit ihrem heutigen Wissen kann sie ihn gar nicht mehr lieben. - Das ist für mich der interessanteste Teil dieses Romans, der ansonsten durch ausgesprochen viel bissiges Dialog-Geplänkel mit dem Chef, den damaligen Kommilitonen und einem sehr treuen Verehrer aus alten Zeiten auffällt. Völlig absurd und auch langatmig scheint mir dann noch das überaus actionreiche Ende, das Kate, als sie aus der Zeitreise wieder erwacht, durchlebt. Wie kann eine vom Alkohol so geschwächte Frau gegen die Russen-Mafia, die natürlich auf der Jagd nach dem USB-Stick ist, körperlich so kämpfen? - Es ist insgesamt ein Roman, der zwar einigen Leser/-innen gefallen mag, den ich aber nicht unbedingt empfehlen würde.
Barbara Nüsgen-Schäfer
rezensiert für den Borromäusverein.
Liebe und andere Zufälle
Robert Webb ; Deutsch von Clara Drechsler und [einem weiteren]
blanvalet (2022)
414 Seiten
fest geb.