Vermisst
Malou Löwenberg, Kommissarin bei der Berner Kantonspolizei, wird vom Dienst suspendiert. Sie hat einen Skandal ausgelöst, weil sie eine Rede am Grab eines zweifachen Mörders gehalten hat, der ohne Angehörige und Freunde beerdigt wurde. Allerdings
hat sie schon als Kind ihren Adoptivvater bei Beerdigungen ohne Angehörige begleitet und seit er dement im Pflegeheim ist, hat sie seine Rolle übernommen. Ein weiteres Problemfeld tut sich auf. Über eine Dating-App hat sie Dario kennengelernt, dessen Mutter an seinem fünften Geburtstag spurlos verschwand. Jedoch bekommt er jedes Jahr zu seinem Geburtstag eine Postkarte mit den Worten: Mama hat dich lieb. Stammt die Karte wirklich von seiner Mutter oder will ihn jemand bewusst quälen? Dario findet Mut, seinen Fall in einer Talkshow öffentlich zu machen, und Malou beginnt zu recherchieren, trotz ihrer Suspendierung. Es zeichnet sich ein Verbrechen über einen langen Zeitraum ab. Am Ende verstehen sowohl Malou als auch Dario ihre eigene Geschichte. – An manchen Stellen etwas konstruiert, aber wer ins Schweizer Krimimilieu eintauchen möchte, wird es mögen.
Ruth Titz-Weider
rezensiert für den Borromäusverein.
Vermisst
Christine Brand
blanvalet (2024)
539 Seiten
kt.