Kafka und der Tote am Seil
Der ungewöhnliche Plot ist Grundlage für eine fantastische Kriminalgeschichte. Kafka erwacht am Tag nach seinem vermeintlichen Tod, kann wieder frei atmen (er war an Tuberkulose erkrankt) und sieht eine sprechende und lebensgroße Kakerlake namens
Gregor Samsa (!) als Pfleger neben sich. Erdrosselte Leichen werden gefunden, aber ohne Abschiedsbrief, keine Schnur und mit unklaren Tatorten. Die mysteriöse Mordserie führt zu einer Anfrage an die zwei durch eine geheimnisvolle Agentur und Inspektor Beide. Welche Motive stecken dahinter? Gibt es eine Verbindung der Ermordeten zu einem Varieté-Künstler, der sich jeden Abend erhängt und nach der Vorstellung lebendig den Ort verlässt? Der absurd-fantastische Roman mit kriminalistischem Hintergrund kann überall da angeschafft werden, wo literarisch bewanderte Leser*innen auf der Suche nach Lektüre sind, die aus dem Rahmen fällt.
Michael Müller
rezensiert für den Borromäusverein.
Kafka und der Tote am Seil
Jon Steinhagen ; Deutsch von Simon Weinert
penhaligon (2022)
429 Seiten
kt.