Mit dem Baby durch das erste Jahr
Wie dieser Titel es in die ansonsten empfehlenswerte Reihe "Familie ist lebenswert" geschafft hat, bleibt unverständlich. Beim Versuch, Eltern in der ersten Säuglingszeit zu unterstützen und sie zu ermutigen, sich nicht aus dem Blick zu verlieren
und ihren eigenen Familienweg zu finden, schießt die Autorin leider übers Ziel hinaus. Denn die Bedürfnisse eines Säuglings sind nicht verhandelbar: Sicherheit und Geborgenheit sind unabdingbar für die Ausbildung eines gesunden Selbstwertgefühls und eine wesentliche Erfahrung auch für einen vertrauensvollen Gottesbezug des heranwachsenden Kindes. Ratschläge wie die, dem Säugling mit wenigen Wochen nachts keine Nahrung mehr zu geben und ihn sich in den Schlaf weinen zu lassen, wirken dem entgegen. Der Rat, dass das zum Schlafen gelegte weinende Baby nicht hochgenommen werden solle, wird damit begründet, dass es sonst lerne "wenn ich weine, bleibe ich nicht alleine". Spätestens hier wird klar, dass dieser Mangel an Vertrauen in die Sozialisationsfähigkeit des Kindes und an Menschenfreundlichkeit auch durch die hilfreicheren Ansätze zur Lebensgestaltung und zur Paarbeziehung nicht ausgeglichen werden kann und Eltern wie Kindern das Leben unnötig schwer machen würde.
Annette Jantzen
rezensiert für den Borromäusverein.
Mit dem Baby durch das erste Jahr
Frauke Schwaiblmair
Butzon & Bercker (2011)
Familie ist lebenswert
67 S.
kt.