Dakota 1880
Zum 80-jährigen Jubiläum der überaus erfolgreichen Comicfigur ist nun ein weiterer Hommage-Band für den Westernhelden erschienen. Dieser kommt ganz ohne die Daltons, Hund Rantanplan und Luckys Pferd Jolly Jumper aus. In sieben Episoden erzählen
die beiden französischen Autoren aus der Perspektive des jungen Mitreisenden Baldwin vielmehr von Begegnungen Lucky Lukes mit ganz unterschiedlichen Menschen während einer Kutschfahrt durch das winterliche Dakota nach Kalifornien. Für diese wurde Lucky Luke als bewaffneter Begleiter engagiert. Da ist der vermeintliche Lehrer Louis Riel, der von Indianern verfolgt wird und sich als Anführer von Aufständischen im nördlichen Kanada entpuppt. Und Luke gerät in den Streit zweier Desperados, die sich über ihr vermeintliches literarisches Können entzweit haben. Fast nebenbei erfahren die Lesenden, dass Baldwins Großmutter Gumbo auf der Suche nach ihrem Glück Luke einst vor dem Tod durch Erhängen gerettet und ihm den Namen "Lucky" gegeben hat. Und am Ende verweist ein Fotograf Luke darauf, dass mit der Erschließung durch die Eisenbahn und durch die zunehmende Landnahme der Siedler die Wildwestromantik ohnehin ihr Ende finden wird. - Diese buchstäblich aus der Reihe fallenden Kurzgeschichten mit einem nahezu emotionslos dargestellten Helden und manchen hintersinnigen Anspielungen zeichnen ein eher düsteres Bild von den harten und brutalen Lebensbedingungen im romantisch verklärten "Wilden Westen" der damaligen Zeit. Zeichnerisch dominiert dabei eine gedeckte Farbgebung. - Obwohl die Reihe inzwischen ihren festen Platz in den Kindercomic-Kollektionen vieler Büchereien gefunden hat, ist dieser Band vor allem geeignet für ältere jugendliche Lesende und für Erwachsene.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Dakota 1880
Text: Appollo ; Zeichnungen: Brüno ; nach der von Morris geschaffenen Figur ; aus dem Französischen von Klaus Jöken
Egmont (2026)
Lucky Luke : Hommage ; 7
64 Seiten : farbig
fest geb.