Ikonen

In einem mattgoldenen Einband, dessen gerundetes Fenster den Blick auf Marcel Duchamps Eingriff in Leonardos Mona Lisa freigibt, präsentiert die Bremer Kunsthalle zu ihrer gleichnamigen Ausstellung "Ikonen" aus der Kunstgeschichte, verstanden als Ikonen Bilder, deren Kultstatus besonders hoch und anbetungswürdig i.S. einer Teilhabe an Heil und Heilsverkündung ist. Es geht dabei durchaus nicht um religiöse Kunst, sondern um mit der Religion verwandte und dem Glauben ans Bild als Träger einer möglichen Heilsbedeutung huldigende oder auch den Glauben irritierende, infrage stellende Werke. Das sind bekannte Arbeiten, insbesondere der Moderne, aber auch einige Entdeckungen und Erweiterungen des Kunstbegriffs wie die kultische Werbung eines Fernsehspots oder Pressebilder etwa von Greta Thunberg. Diese Ikonen unserer Zeit, im Kontext historischer "Ikonen" (von orthodoxer Ikonenmalerei über C.D. Friedrich bis Piet Mondrian) werden präzis und kundig beschrieben, sind sämtlich in hervorragender Druckqualität wiedergegeben und werden durch Aufsätze bereichert, die unterschiedliche Aspekte der Bildbewunderung und anbetungswürdiger Bilder beleuchten. Allein diese knapp 90 von den 384 Seiten des Katalogs machen ihn zu einem für Kunstfreunde fruchtbaren Werk, das auch das Bewusstsein im Umgang mit religiöser Kunst unter neuem Licht sehen lässt. - Für größere Bestände und Leser/-innen mit großem Interesse an Kunst empfehlenswert.

Helmut Krebs

Helmut Krebs

rezensiert für den Borromäusverein.

Ikonen

Ikonen

herausgegeben von Christoph Grunenberg und [einer weiteren]
Hirmer (2019)

384 Seiten : zahlreiche Illustrationen (farbig)
fest geb.

MedienNr.: 599698
ISBN 978-3-7774-3394-3
9783777433943
ca. 39,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ku
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