Das Kind im Mond

Der Mann im Mond ist nicht allein. Er lebt mit Frau und Kind und einer kleinen Menagerie (Hund, Katze, Maus, Huhn und Kalb) in der wenig lebensfreundlichen Umgebung. Sie trinken Sternenmilch, das Kalb frisst dürres Gras. Sie haben nichts zu tun und Das Kind im Mond träumen vom Leben auf der Erde. Eines Tages ist die Sehnsucht des Kindes so groß, dass es sich von der Mutter losreißt und zur Erde fliegt. Die Eltern trösten sich gegenseitig und als das Kind in der Schule Lesen und Schreiben lernt und Schwarzwälder Kirschtorte isst, trocknen die Tränen. - Die verträumte, fantastische Geschichte ist in nachtschwarz und bleichen Grautönen gehalten. Nur die Erde am Himmel leuchtet blau und wenn von irdischen Phänomenen erzählt wird, erscheinen auch sie in blauen Konturen. Wie in einem Traum sind Größenverhältnisse verschoben und Gegenstände in anderen Zusammenhängen bedeutsam. Häufig geschehen Wunder und "weiß der Kuckuck" taucht als Redewendung immer wieder auf. Die Ablösung von den Eltern, Hauptmotiv des Buches, wird gleichsam als Traum dargestellt. - Ein ganz außergewöhnliches Buch, sowohl inhaltlich wie gestalterisch, und sicher nicht für ein breites Publikum. Aber Büchereien, die gerne Einzelstücke anbieten oder auch mit avantgardistischen Büchern experimentieren, werden hier fündig.

Astrid Frey

Astrid Frey

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Kind im Mond

Das Kind im Mond

Jürg Schubiger ; Aljoscha Blau
Hammer (2013)

[12] Bl. : überw. Ill. (überw. farb.)
fest geb.

MedienNr.: 378573
ISBN 978-3-7795-0434-4
9783779504344
ca. 15,90 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 5
Systematik: KK
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