Flammennacht
"Deine Familie ist alles"- mit diesem Satz versucht der Tischlermeister Gradermann seinen Sohn Jakob zur Zweckheirat mit der Nachbarstochter zu bewegen. Doch Jakobs Liebe gilt allein der außergewöhnlich schönen, selbstbewussten Katharina, mit der
er sich sogar entgegen aller Schicklichkeit nachts vor den Toren der Stadt verabredet. Gerade diese Nacht aber soll zur Schicksalsnacht für Jülich werden, denn als an mehreren Stellen plötzlich Feuer ausbricht, brennt die Stadt fast vollständig nieder - und viele Einwohner überleben die Katastrophe nicht. Trotz der großzügigen Hilfe des Herzogs werden nach dem ersten Schock schnell Stimmen unter den Überlebenden laut, die die Bestrafung eines Schuldigen fordern und damit eine von Gerüchten und gegenseitigen Anschuldigungen vergiftete Stimmung schaffen. Auch Jakob und Katharina werden verdächtigt und von der Obrigkeit verfolgt... - Tatsächlich wurde die Stadt Jülich Mitte des 16. Jh. vollkommen neu angelegt, auch die Vermutung, der Herzog selbst habe zu diesem Zweck die Brandstiftung veranlasst, ist wohl geschichtlich belegbar. Leben und Gesellschaft, gerade auch das mittelalterliche Rechtssystem werden authentisch dargestellt, die Handlung dreht sich aber im Wesentlichen um die Aufklärung des Verbrechens. Als historisch fundiertes, gut lesbares Jugendbuch empfehlenswert.
Marlene Knörr
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Flammennacht
Günther Bentele
Kaufmann (2011)
275 S. : Ill., Kt.
fest geb.