Der Atem des Teufels
Seit einiger Zeit werden die Einwohner der niederländischen Kolonie Java von unheimlichen Wesen tyrannisiert, den Steinernen, teufelsähnlichen Gestalten, die nachts Menschen aus ihren Dörfern verschleppen. Auch ein deutscher Forscher konnte den
Geschöpfen aus dem Inneren der Erde nur knapp entkommen. Basierend auf seinen Berichten und auf Bitte des lokalen Gouverneurs betraut die Universität Berlin Carl Friedrich von Humboldt, der sich als der uneheliche Sohn Alexander von Humboldts vorstellt, seinen Sohn Oskar und einige weitere Mitglieder aus seinem Haushalt mit der Mission, eine Erklärung für das Phänomen zu finden. Für Oskar wird die Reise zur Herausforderung. Schließlich gefährdet die zeitweise unsterblich in ihn verliebte Lena, die sich als blinder Passagier der Gruppe angeschlossen hat, seine Beziehung zu Charlotte. Auf Java angekommen beginnt die Expeditionsgruppe mit ihren Nachforschungen. Als kurz darauf Lena von den Steinernen entführt wird, folgen ihr die Freunde in das Erdinnere und entdecken eine gewaltige unterirdische Welt. - Der vierte Jugendroman der Weltensucherreihe (vgl. BP/mp 10/205), der aber auch für sich allein problemlos verständlich ist, überzeugt durch eine sehr gelungene Kombination von Abenteuer, Spannung, Originalität und ehemaligen wissenschaftlichen Theorien des 19. Jh. zu Entstehung und Aufbau der Erde, die zwar mittlerweile widerlegt sind, für fiktionale Zwecke hier aber sehr gewinnbringend verwendet werden. Sehr zu empfehlen.
Marlene Knörr
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Atem des Teufels
Thomas Thiemeyer
Loewe (2012)
Chroniken der Weltensucher ; 4
460 S. : Kt.
fest geb.