Kim kann stark sein
Ein Titel aus der Reihe "Emotionale Entwicklung" für Kinder ab 3 Jahren. Kim wird immer von der großen Grit und dem fiesen Fritz geärgert, wenn die Erzieherin es nicht sieht, bis sie ihr auch ihre gebastelte Schatzkiste zerstören. An dieser Stelle
wendet Kim dann in einer sehr erwachsenen Transferleistung das Schatzlied, das im Kindergarten gesungen wurde, auf sich an, macht sich klar, dass sie einen Schatz in sich trägt, fokussiert ihre Kräfte, konfrontiert ihre Gegner und stellt dann auch noch abgeklärt fest, dass sie ihr zerstörtes Kunstwerk als solches behält, weil manche Dinge sich ohnehin nicht reparieren lassen. Das ist - ganz abgesehen von der schwachen Position der erwachsenen Bezugsperson - ein Programm, das nicht nur für Dreijährige noch deutlich zu schwer ist. Der Titel eignet sich daher eher für ältere Kinder und setzt auch bei diesen das begleitende Gespräch voraus, auch um die "Täterperspektive" einzunehmen. Die Zusammenhänge in den Interaktionen sowie gute und ungünstige Strategien, mit Konflikten und Machtgefällen umzugehen, sind für Kindergartenkinder nicht selbsterklärend, obwohl der Text klar und verständlich gehalten ist und von ansprechenden Bildern begleitet wird.
Annette Jantzen
rezensiert für den Borromäusverein.
Kim kann stark sein
Elisabeth Zöller. Ill. von Dagmar Geisler
Loewe (2014)
[12] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 3