Prinzessinnengeschichten
In den Geschichten kommen all die Figuren vor, die man landläufig mit (Märchen-)Prinzessinnen verbindet: der feuerspeiende Drache, der gewitzte Bursche, wilde Räuber und tütteliges Hofpersonal. Anna Taube verbindet sie zu neuen Geschichten, die
im Kern auf den alten Sujets beruhen. Besonders nett geraten - und mancher jungen Brillenträgerin sicherlich tröstlich - ist "Prinzessin Brillenschlange", die von ihren Schwestern gehänselt wird, dann aber auf einen Prinzen trifft, der selber als neueste Errungenschaft ein Nasenfahrrad trägt. - Die reichliche Bebilderung mit der Dominanz von roten und rosa Farbtönen entspricht der Bildwelt einer bestimmten Altersgruppe von Mädchen um die Einschulung herum. Die Mimik der Figuren ist übersteigert und amüsiert so auch den erwachsenen Vorleser. Sein Lesepart ist in ziemlich großer Serifenschrift gesetzt, so dass ihn auch ein schon etwas gewandterer Erstleser selbst meistern könnte. Die Abschnitte, die für den Anfänger bestimmt sind, sind in großer Fibelschrift gedruckt. Ein Manko ist hierbei die Farbwahl: Der helle Orangeton bildet keinen starken Kontrast zum weißen Papier. Insgesamt aber empfehlenswert.
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Prinzessinnengeschichten
Anna Taube. Ill. von Florentine Prechtel
Loewe (2016)
Ich für dich, du für mich
54 S. : zahlr. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6