Fremde Gäste
London, wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Frances und ihre Mutter müssen in ihrem Haus in einem gehobenen Wohnviertel der Stadt Untermieter aufnehmen, um ihre finanzielle Situation zu verbessern. Zunächst empfindet Frances das junge Paar, Lilian
und Leonard Barber, als äußerst störend, da es die Routine ihres Lebens, das ganz auf ihre Mutter fixiert ist, durchbricht. Doch Lilian und Frances freunden sich schnell an. Aus der Freundschaft zwischen den beiden Frauen wird schließlich Liebe und es entsteht eine gefährliche Dreiecksbeziehung, in der bei Frances und Lilian der Wunsch nach einem freien Leben ohne Rollenzwänge übermächtig wird. - Das Faszinierende an Waters' Roman ist die Genauigkeit, mit der sie nicht nur das alltägliche Leben der Zeit beschreibt, in der die Geschichte angesiedelt ist, sondern auch die Emotionen ihrer Figuren, deren Motivationen und Charakterzüge. Auf diese Weise gelingt es der Autorin, authentische Figuren zu erschaffen und kleinste Begebenheiten mit Spannung aufzuladen. (Übers.: Ute Leibmann)
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Fremde Gäste
Sarah Waters
Lübbe (2016)
686 S.
fest geb.