Träume aus Licht
Der Fund alter Filmrollen aus der Stummfilmzeit, die Erkrankung ihrer Oma und deren schwieriges Verhältnis zu ihrer verstorbenen Mutter Vera sind Auslöser für Ariane, sich näher mit ihrer Familiengeschichte zu befassen. Und so wird in drei Zeitebenen
das Schicksal verschiedener Frauen gezeichnet: Eva, zunächst Stummfilm-Star, später auch Regisseurin in den 1920 und 1930er-Jahren, Margarete (Arianes Oma), die als junge Schauspielerin dem Charme von Evas Mann erlag und mit Vera schwanger wurde, sowie Vera, die in den 1970er-Jahren zunächst als Model Karriere machte und früh verstarb. Mit den Zeitebenen wechseln auch die Schauplätze: Berlin als Filmmetropole, Los Angeles, Wiesbaden, Norddeich. Peu à peu enthüllt I. Roderick die Lebensgeschichte der Personen, die von ergreifenden bis zu schwierigen, sogar fast letalen Beziehungen geprägt ist. – Ein interessanter, größtenteils historischer Gesellschaftsroman, der die Kunst- und Filmszene zur bürgerlichen Lebensweise in Kontrast setzt und auch das Thema häusliche Gewalt nicht ausspart.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Träume aus Licht
Isabel Roderick
Lübbe (2023)
431 Seiten
kt.