Tödliche Hoffnung
Eine Woche keine Nachricht von Patrick. Seine Ehefrau Ally macht sich Sorgen und reist nach Paris, wo er den Machenschaften um illegale Einwanderer nachspürt. Sie findet sein Notizbuch und sucht die darin verzeichneten Menschen und Orte auf. Ally
stößt auf massive Ablehnung und undurchsichtige Strukturen. Die Spur führt weiter nach Lissabon, wo ein Aussteiger aus dem Geschäft zu Tode gekommen ist. Vermutlich war Patrick bei ihm, als ihn Agenten des Drahtziehers aus höchsten Wirtschaftskreisen eine Mauer hinunterstießen. Hinweise führen Ally nach Tarifa, der spanischen Stadt bei Gibraltar, an eine Küste, an der immer wieder afrikanische Migranten stranden. Um den Preis ihrer eigenen gesicherten Existenz klärt Ally die Vorgänge auf. - Alsterdal wählt eine ungewöhnliche Struktur, um das kriminelle Milieu mit Wirtschaftsflüchtlingen und Schleusern darzustellen: Allys Suche beginnt aus rein persönlichen Motiven und auch das Ende ist von ihren persönlichen Emotionen bestimmt. Durch Aussparen winziger Hinweise hält sie die Spannung über lange Zeit aufrecht und packt etliche aufrüttelnde afrikanische Schicksale glaubhaft hinein. Ein gelungenes Debüt! (Übers.: Ursel Allenstein)
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Tödliche Hoffnung
Tove Alsterdal
Lübbe (2013)
Lübbe Paperback
378 S.
kt.