Moschee DE
Vor einigen Jahren begann eine islamische Gemeinde im Berliner Stadtteil Heinersdorf mit dem Bau einer Moschee. Sofort organisierte sich Bürgerprotest dagegen, aber auch Befürworter eines toleranten und friedlichen Umgangs miteinander schlossen sich
zusammen. Der Riss ging quer durch den Stadtteil und führte bei einem Treffen, das als Aussprache gedacht war, zu chaotischen Zuständen. Diese Ereignisse haben der Journalist und Schriftsteller Kolja Mensing und der Regisseur Robert Thalheim aufgegriffen und für das Schauspielhaus Hamburg aufbereitet. Das Stück basiert auf Interviews mit den betroffenen Bürgern, die die Autoren zu einer über den Einzelfall hinausreichenden Auseinandersetzung mit dem Thema verdichtet haben. Entstanden ist ein Text, der sich stark am dokumentarischen Theater orientiert. Die Wortmeldungen, in denen Hintergründe aufgedeckt und Beweggründe offen gelegt werden, stehen isoliert nebeneinander, sodass die Atmosphäre eines nicht zustande kommenden Dialogs entsteht. Ein Gespräch mit den Autoren ist als Anhang beigefügt. Für größere Bestände empfehlenswert.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Moschee DE
Kolja Mensing und Robert Thalheim
Luth. Verl.-Haus (2011)
127 S.
fest geb.