0.4 - eine perfekte neue Welt
Ein ungewöhnlicher Beginn: Ein namenloser Herausgeber kündigt an, das nachfolgende Buch sei die schriftliche Form einer Serie von Tonkassetten, die der 15-jährige Kyle Straker irgendwann zu Beginn des 21. Jh. besprochen hat. Diese Abschrift wird
von Kommentaren des Herausgebers begleitet, die auf verstörende Weise zeigen, wie sehr sich das Leben der Menschen in der Zeit danach verändert hat. Kyle Straker wohnt mit seiner Familie in einem kleinen englischen Ort. Der Teenager hat ein ganz normales Leben, bis er sich am Tag der alljährlichen Talentshow auf dem Dorfplatz als Freiwilliger für eine Hypnosevorführung meldet. Als er und die drei anderen Kandidaten aus der Hypnose erwachen, bietet sich ihnen ein unglaubliches Bild. Alle Zuschauer stehen leblos da, als wären sie schockgefroren. Niemand im Dorf bewegt sich mehr, Fernseher, Radios und Telefone funktionieren nicht. Als die Starre endlich von den Menschen weicht, sind sie auf unheimliche Art anders geworden. Die vier, von den anderen verächtlich als 0,4 bezeichnet, versuchen verzweifelt, das Geschehene zu begreifen und einen Weg aus diesem Alptraum zu finden. - Raffiniert konstruiert, wirft dieser gelungene SF-Roman einen Blick in eine technisch hochentwickelte Zukunft, die für die Selbstbestimmung des Menschen nichts Gutes verheißt. Die faszinierende, extrem spannend und gut erzählte Geschichte wirft viele Fragen auf und fordert ihre jungen Leser geradezu heraus, sich über den Menschen und seine Stellung in der modernen Welt Gedanken zu machen. Ein bemerkenswerter SF-Roman für alle Fans dieses Genres. (Übers.: Peter Knecht)
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
0.4 - eine perfekte neue Welt
Mike Lancaster
Oetinger (2011)
271 S.
fest geb.