Außerirdisch ist woanders
Jona interessiert sich für alles, was mit dem Thema "Science-Fiction" zu tun hat. Der unverwüstlich optimistische und hellwache Querdenker liest jedes Buch, das er zu diesem Thema finden kann, und glaubt fest an die Existenz außerirdischer Wesen.
So ist er schnell davon überzeugt, dass sich hinter dem zurückhaltenden und ein wenig merkwürdigen Neuem in seiner Klasse ein A.L.F., eine außerirdische Lebensform verbirgt. Jona entwickelt einen detaillierten Plan, um diesen Henri genauestens zu erforschen und irgendwann seine ferne Herkunft zu beweisen. Der stille Henri gibt nicht viel von seinem Leben preis, blüht aber immer mehr auf, je mehr sich die beiden Jungen anfreunden. Weil Jona durch sein verrücktes Hobby ziemlich abgelenkt ist, dauert es lange, bis er die wahren Gründe für Henris ungewöhnliches Verhalten entdeckt. Henri lebt mit seiner Mutter in ärmlichsten Verhältnissen, muss immer wieder umziehen und wird in jeder neuen Klasse immer wieder zum Außenseiter, wenn seine sozialen Probleme erst einmal bekannt sind. Dass Henri schließlich einen ersten Schritt aus seiner aussichtslos scheinenden Lage schafft, ist für Jonas am Ende dieses wunderbaren Kinderromans viel wichtiger als die Erkenntnis, dass seine geliebte Science-Fiction-Welt nie real war. - Kinderarmut in einer Überflussgesellschaft: Susann Opel-Götz nähert sich diesem eher schwierigen Thema auf unkonventionelle, bewundernswert leichte Weise, die in jeder Szene dieses Buchs überzeugt. Unterhaltsam, witzig und voller Situationskomik erzählt sie aus der Perspektive ihres liebenswerten und immer schlagfertigen Helden von einer ungewöhnlichen Freundschaft. Sehr empfohlen!
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Außerirdisch ist woanders
Susann Opel-Götz
Oetinger (2012)
315 S. : Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10