Olivia in Venedig
Das freche kleine Schweinemädchen Olivia ist schon seit seinem ersten Abenteuer (BP 01/1062) für seine unbekümmerte Art und seine vielen verrückten Einfälle bekannt, die die ganze Familie Schwein immer wieder gehörig in Atem halten. So ist es
logisch, dass auch die Urlaubsreise nach Venedig einige Aufregungen bereithält. Der Transatlantikflug ist schon spannend genug, aber die wunderschöne Stadt Venedig mit ihren Kanälen, den prächtigen Palästen und den vielen Brücken ist für die begeisterungsfähige Olivia einfach überwältigend. Nur gut, dass sie sich bei unzähligen Portionen der berühmten italienischen Eiscreme immer wieder erholen kann. Als es am Ende des gelungenen Urlaubs darum geht, ein passendes Souvenir auszusuchen, trifft Olivia allerdings eine unüberlegte und sehr folgenreiche Wahl. - Pointenreich und ziemlich respektlos erzählt der amerikanische Autor von einem "schweinischen" Urlaub in Venedig. Wie immer skizziert er seine tierischen Helden mit leichtem Strich und lockerer Hand. Anders als sonst begnügt er sich allerdings nicht mit einem spärlich dekorierten Hintergrund, sondern integriert seine Protagonisten in ein sehr malerisch wirkendes Venedig, das an alte, retuschierte Farbfotos erinnert. Auch wenn die Spezialitäten italienischer Küche sehr amerikanisch auf Pizza und Eis reduziert werden und Olivia und ihre Familie nicht gerade den sanften Tourismus pflegen, werden Kinder sicherlich nicht nur viel Spaß an den Abenteuern der liebenswert anarchischen Heldin haben, sondern auch eine Ahnung von der Schönheit Venedigs bekommen.
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Olivia in Venedig
Ian Falconer
Oetinger (2012)
[22] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4