Das Geheimnis der sprechenden Tiere
Für die sogenannten Ungewöhnlichen Wesen, also Hexen, Zauberer, Banshees und dergleichen, wird die moderne Welt mit ihren Großstädten und technischem Fortschritt immer abweisender, der einzige Lichtblick ist in jedem Jahr die Sommeraufgabe, ein
magischer Auftrag, der an wechselnden Orten auszuführen ist. In diesem Jahr jedoch erwählen die Nornen, eine Art Schicksalsschwestern, die Hexe Hilda, Troll Ulf, Zauberer Brian und den Menschenjungen Ivo für ein undankbares Unterfangen aus. Sie sollen den menschenfressenden bzw. verwandelnden Oger von Oglefort töten und somit die Prinzessin Mirella befreien. Die vier haben keine andere Wahl, doch als sie die Burg des Ogers erreichen, finden sie den verwitweten Oger am Rande eines Nervenzusammenbruchs und Prinzessin Mirella wütend über die Weigerung des Ogers, sie in einen Vogel zu verwandeln. Somit besteht die Herausforderung zunächst darin, die Prinzessin zur Vernunft zu bringen, den Oger zu pflegen und sich um die verfallene Burg zu kümmern. Doch die Ruhe und Arbeit im Garten, die alle sehr genießen, wird bald gestört durch die königliche Armee, die nun die Prinzessin retten soll, und das schaurige Strafkommando der Nornen aufgrund des nicht erfüllten Auftrags. - Wieder erschafft die kürzlich verstorbene Autorin für ihre jungen Leser eine Welt voller Magie und Fantasie. Zeit der Handlung ist einige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, den die Autorin selbst als Kind bzw. Jugendliche im Exil miterlebt hat; vielleicht klingen auch ihre eigenen Erfahrungen in der Suche der Ungewöhnlichen Wesen nach einem neuen Zuhause nach der Vertreibung aus ihrer alten, für sie paradiesischen Heimat an. Unabhängig davon handelt es sich hier um ein absolut lohnenswertes Kinderbuch, das jeden Bestand bereichert. (Übers.: Sabine Ludwig)
Marlene Knörr
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Geheimnis der sprechenden Tiere
Eva Ibbotson
Dressler (2011)
221 S.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10