Spuren auf der Haut
Sie will weg, einfach nur weg! Auf der Flucht vor ihrer übermächtigen Mutter oder auch vor sich selbst versucht sie ihren Problemen zu entkommen, indem sie zum Bahnhof hetzt und in den nächstbesten Zug steigt. Sie hat sich verirrt im Labyrinth des
Lebens, findet keinen Ausweg und auch keinen Weg mehr zu sich selbst und ihrer Familie. Da trifft sie im Zug auf Lennart, der sich unbefangen und fast schon etwas aufdringlich für sie interessiert und scheinbar doch ein echtes Mitgefühl hat. Sie lotet aus - verwirft zunächst das Hilfsangebot von Lennart und seiner Mutter und findet am Ende doch einen möglichen Weg für sich. "Ich bin den Weg bis zur Mitte gegangen, zum tiefsten Punkt. Jetzt bin ich auf dem Rückweg, aber ich habe noch eine weite Strecke vor mir." - Ein authentisches und leidenschaftliches Buch, überzeugend aus der Sicht der jugendlichen Protagonistin erzählt, über ein verfahrenes Leben und das Ringen nach einem Ausweg. Für eine ausgewählte Zielgruppe sehr zu empfehlen.
Karin Steinfeld-Bartelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Spuren auf der Haut
Katrien Vervaele
Sauerländer (2011)
136 S.
fest geb.