To do!
"Ich bin Julie, Queen of the World. Ich tue, was ich will. Und manche Dinge muss ich ganz alleine tun." (S. 204) Das ist das Motto der 16-jährigen, blinden Julie, die während eines Urlaubes ihrer Eltern alles ausprobieren möchte, was sie immer schon
einmal tun wollte wie z.B. sich tätowieren zu lassen (und das ist noch eines der harmlosen Beispiele). Julie ist blind und das ist das Besondere dieses Jugendbuches, dessen norwegischer Autor Dreh-, Kinder- und Jugendbücher schreibt. Es wird konsequent aus der Perspektive der blinden Protagonistin erzählt, die in eine abenteuerliche Geschichte gerät. Erste sexuelle Abenteuer stehen ganz im Mittelpunkt des Geschehens, aber auch Schicksalsschläge und Gewalterfahrungen. Die Grundidee überzeugt zwar, aber in den Details und auch stilistisch bewegt sich der Autor immer wieder an der Grenze zur Trivialität. So werden über mehrere Kapitel hinweg die sexuellen Annäherungsversuche der handelnden Personen ausgebreitet. Inwieweit es sinnvoll ist, pubertierenden Jugendlichen unreflektiert die Phantasien einer jungen Frau nahezubringen, zu denen es auch gehört, sich ad experimentum sinnlos zu betrinken und andere hoch gefährliche Dinge zu tun, die nicht gut ausgehen müssten, sollte jeder erwachsene Leser selbst entscheiden. Aus diesem Grunde kann dieses Buch nur mit Einschränkungen weiterempfohlen werden.
Lioba Speer
rezensiert für den Borromäusverein.
To do!
Endre Lund Eriksen
Sauerländer (2011)
205 S.
fest geb.