Hunger nach weniger
Anne ist nirgends etwas Besonderes. Daheim ist die jüngere Schwester der Liebling, ihre Freundin Amaryllis ist an Beliebtheit, Schönheit und schulischem Erfolg nicht zu übertreffen. Hart trifft sie deren Aussage, "etwas mollig" zu sein. So versucht
sie, abzunehmen. Sie verkneift sich jedes Vergnügen, hungert, nimmt Abführtabletten. Immer weiter dreht sich die Spirale bis sie mit massivem Untergewicht in einer Klinik landet. - Drastisch erzählt dieses Buch den Weg eines Mädchens in die Abgründe der Magersucht. Dabei bleibt vieles unverständlich und ungeklärt: die Familienkonstellationen werden nicht beleuchtet, ansatzweise wird von der Freundin erzählt, doch deren Verhalten und weiteres Schicksal fallen plötzlich aus dem Fokus. Die Charaktere der Figuren bleiben vage und sind nicht in sich schlüssig. Aus dem Nachwort geht hervor, dass die Autorin selbst betroffen war. - Zwar macht das Schicksal der Hauptfigur betroffen, doch die literarische Verarbeitung lässt zu wünschen übrig; deshalb in Büchereien nur zweite Wahl zu diesem Thema. (Übers.: Verena Kiefer)
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Hunger nach weniger
Jessica Antonis
Ueberreuter (2011)
197 S.
kt.