Moorseelen
Feline trauert immer noch um ihre Mutter, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Sie verübelt dem Vater die neue Beziehung und fühlt sich unverstanden. Da kommt die Einladung von Zeno gerade recht: Er lebt mit anderen jungen Leuten
in einer Gemeinschaft, in der sie alles miteinander teilen und jeder bekommt, was er braucht. Deutlich zeigt der charismatische Zeno sein Interesse an Feline, die sich Hals über Kopf verliebt und alle seltsamen Erfahrungen, die sie in der Kommune macht, beiseite schiebt. In "Einzelsitzungen" wird ihr ein neues Verhältnis zu ihrer Vergangenheit eingeimpft, Schlaf- und Nahrungsentzug und der absolute Mangel an Privatsphäre machen nicht nur ihr zu schaffen, sind es doch bewährte Mittel für die Gehirnwäsche. Als sie die verschwundene Mia beim Baden in einem Moorsee tot findet, dreht sie beinahe durch. - Sehr eindrücklich werden die Mechanismen aufgezeigt, wie junge Menschen in einer Krisensituation empfänglich sind für Verständnis, Zuwendung und die Versprechungen selbst dubiosester Gruppen. Wenn auch die sprachlichen Bilder zu pathetisch-schwülstig ausfallen, werden die Gefühle der Ich-Erzählerin glaubwürdig geschildert. Die Autorin bemüht sich auch, die Figuren differenziert anzulegen. - Spannender Jugendthriller für viele Büchereien.
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Moorseelen
Heike Eva Schmidt
Ueberreuter (2013)
347 S.
kt.