Wakolda

Wakolda ist eine Puppe, die Lilith auf einer Reise von einem Indianermädchen bekam. Lilith ist zwölf Jahre alt, halb Deutsche, halb Argentinierin und sie ist kleinwüchsig. Gemeinsam mit ihrer Familie ist sie im Jahre 1960 auf dem Weg nach Patagonien, Wakolda um die Pension ihrer Großmutter zu übernehmen, als José ihren Weg kreuzt. Fasziniert von dem kleinen Mädchen gelingt es ihm, durch seine medizinischen Fähigkeiten das Vertrauen der Eltern zu erlangen. Im weiteren Verlauf des Romans stellt sich heraus, dass es sich bei José um niemand anderen als den flüchtigen Lagerarzt aus Auschwitz, Josef Mengele, handelt, der sich in dieser Eigenschaft durch grausame Experimente an Zwillingen und Kleinwüchsigen sowie durch seine Pädophilie hervortat. - Lucía Puenzo ist Romanautorin und Filmregisseurin. Ihr Film "XXY" wurde 2007 in Cannes ausgezeichnet. In diesem Roman zeichnet ein eindringliches Bild von José, dem "Freund" der Familie, dem Retter zu früh geborener Zwillinge. Basierend auf den wenigen Fakten, die über den 30-jährigen Aufenthalt Mengeles in Südamerika bekannt sind, erzählt sie eine dramatische und spannende Geschichte. Der Leser erfährt von den Netzwerken der Exilnazis und vom einsamen Bemühen des israelischen Geheimdienstes, Mengele aufzuspüren. Die Erzählperspektiven im Roman wechseln abrupt und vermitteln ein umfassendes, aber nicht überbordendes Gefühlsbild. Mit der Fiktion über das Leben Mengeles während seines Südamerikaexils gelang Lucía Puenzo ein Meisterwerk. (Übers.: Rike Bolte)

Daisy Liebau

Daisy Liebau

rezensiert für den Borromäusverein.

Wakolda

Wakolda

Lucia Puenzo
Wagenbach (2012)

Quartbuch
187 S.
fest geb.

MedienNr.: 371933
ISBN 978-3-8031-3246-8
9783803132468
ca. 18,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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