Die Angst vor dem Fremden
Welche Rolle spielte die Angst vor dem Fremden in der Geschichte der Menschheit? - Dieser Frage geht Erhard Oeser in seinem historischen und kulturgeschichtlichen Streifzug nach. Von der Antike über die Auseinandersetzungen zwischen dem Abendland
und dem Morgenland bis zur Rassenideologie des Nationalsozialismus und dem Terror des IS reicht der Bogen, den er dabei spannt. Seine historischen Betrachtungen zeigen, dass kulturelle Missverständnisse und Vorurteile bereits seit Jahrtausenden Genozid und Kriege nach sich ziehen, in Europa genauso wie auf dem amerikanischen Kontinent. Oeser zeigt, dass die großen Entdecker, von Pizarro bis James Cook, nicht nur das Wissen und den Reichtum Europas vermehrt, sondern auch Elend über andere Völker gebracht haben. Oeser, Professor an der Universität Wien, zeigt aber auch auf, das es zu allen Zeiten besonnene Stimmen gab, die Menschlichkeit einforderten. - Ein mitreißend geschriebenes Buch über die bedeutenden Epochen europäischer Geschichte, die zugleich Epochen der Unmenschlichkeit waren.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Angst vor dem Fremden
Erhard Oeser
Theiss (2015)
504 S. : Ill.