Die Tränen der Götter
Als die Assmann-Werke aus Idar-Oberstein stolz ihr einhundertjähriges Bestehen feiern, steht er im Mittelpunkt: der größte Diamant und Stolz des Unternehmens, "N'Guru U Kuru", und dahinter der Patriarch, Heinrich Assmann, der über das Werk, seine
Schürfmine in Afrika und seine Familie trotz seines hohen Alters herrscht. Glück und Erfolg, so die afrikanische Legende um die "Träne der Götter", begleiten seinen Besitzer. Doch just am Tag der Feier verschwindet der Diamant aus dem Tresor und die bisher nur schwelenden Machtkämpfe, Intrigen und Reibereien innerhalb der Familie brechen auf unverhohlene Weise aus. Und Heinrich Assmann wird beinah erdrückt von der Angst, dass sich nun auch der zweite Teil der Prophezeiung erfüllen könnte: Unheil und Verderben kommt über den, der die "Träne der Götter" verliert. - Flüssig, anregend geschrieben entwirft die Autorin das Bild einer Familie, die über die Gier und das Streben nach Macht sich beinahe selbst völlig zerstört. Während die Gefühle von Hass, Missgunst und Verzweiflung überzeugend vermittelt werden, geraten die Figuren jedoch teilweise recht eindimensional und erfüllen bisweilen die üblichen Klischees einer typischen Familiensaga. Mit manch überraschender Wendung und einem geschickten Netz verschiedener Handlungsfäden jedoch ein spannender Roman.
Sonja Schmid
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Tränen der Götter
Barbara Piazza
Limes (2011)
511 S.
fest geb.