Schöne Sauerei
Das Deutsche Hausschwein Kim lebt mit anderen Schweinen auf dem Bauernhof der schwangeren Dörthe. Dort wird ein Passionsspiel geprobt, was die gewiefte Schweinedame zuerst sehr erschreckt. Viel schlimmer ist es aber, als sie bei einem Ausflug zu den
"wilden Schwarzen" beobachten muss, wie der Christusdarsteller von zwei Personen betäubt und dann erschossen wird. Die Polizei geht von einem Selbstmord aus. Dann wird Dörthe von einem Immobilienmakler bedrängt, der ihr Grundstück für einen Flughafenbau erwerben will. Steckt er hinter all den Unglücksfällen, die den Hof heimsuchen und denen auch der chinesische Schweinehirt Deng zum Opfer fällt? Wer arbeitet für wen? - Der Krimi operiert geschickt mit dem Fakt, dass Tiere Dinge beobachten, aber darüber nicht mit Menschen kommunizieren können. Darauf beruht die Spannung: Der Leser weiß Bescheid, nicht aber die Romanfiguren. Dem Autor sind gute Kenntnisse des tierischen, speziell schweinischen Verhaltens zu bescheinigen. Er vermenschlicht sie nicht. Wem diese Krimi-Variante Spaß macht, ist das Buch zu empfehlen.
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Schöne Sauerei
Arne Blum
Limes (2012)
315 S.
fest geb.