Der Mann, der vom Fahrrad fiel und im Paradies erwachte
Valdemar Vågen, Chef eines blühenden Softwareunternehmens in Norwegen, flüchtet sich seit dem Unfalltod seiner Frau und der beiden kleinen Töchter in die Arbeit. Als Valdemar eines Tages mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, prallt er mit einem Auto
zusammen. Mit einer kaputten Schulter wird er ins Krankenhaus eingeliefert, wo er von freundlichen Krankenschwestern liebevoll umsorgt wird. Schnell ist ihm klar, dass er für immer im Krankenhaus bleiben möchte. Um sein Ziel zu erreichen, ist ihm jedes Mittel recht: Er beschafft sich Medikamente, die schwere Nebenwirkungen hervorrufen, er stürzt sich die Treppe hinunter und bricht sich dabei weitere Knochen. Irgendwann stößt Valdemar bei seinen Streifzügen auf einen mysteriösen Hausmeister, der in den labyrinthischen Gängen des Krankenhauses ein Geheimnis hütet. Das Ende des Buches ist etwas abrupt und nicht wirklich schlüssig. - Der Norweger Roger Pihl hat eine Reihe von Sachbüchern und Romanen geschrieben, wovon nur der vorliegende Roman ins Deutsche übersetzt worden ist. Dieses Buch surft auf der Erfolgswelle von "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". Das impliziert der deutsche Titel (Originaltitel: "Der Mann, der nicht nach Hause wollte") und der auf dem Cover abgebildete Elefant (in der Geschichte spielt kein Elefant, sondern eine weiße Taube eine Rolle). Das heitere, in ungewöhnlich großer Schrift gedruckte Buch eignet sich für Leser, die leichte Kost bevorzugen. Durch das Thema auch bei Krankenhauspatienten einsetzbar. (Übers.: Daniela Stilzebach)
Maria Holgersson
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Mann, der vom Fahrrad fiel und im Paradies erwachte
Roger Pihl
Limes (2017)
413 S.
kt.